Grundgedanken

Die Zahl der Internetabhängigen in Deutschland wird derzeit von Experten auf 600.000 geschätzt und die der problematischen Nutzer auf 2,5 Millionen (Pressemitteilung der Drogenbeauftragten vom 29.05.2017). In der aktuellen BLIKK-Studie 2017 wird sogar ein direkter Zusammenhang
zwischen intensiver Mediennutzung und Entwicklungsstörungen von
Kindern hergestellt. Greenfield spricht sogar aufgrund der Dominanz der Medien von einer „geistigen Fehlernährung“ und fordert eine „Medien-Diät“ (Thomasius, R. u.a.: „Jugendpsychiatrische Aspekte der Medien- und Computersucht, S. 100 in: Möller, Chr.: „Internet- und Computersucht“).

Kinder und Jugendliche brauchen auf jeden Fall Orientierung und auch in der digitalen Welt Schutz, klare Regeln, Vorbereitung und Begleitung.
Wie gelingt es, eine gute Balance zwischen “On und Off“ herzustellen?
Wie sieht ein guter Umgang aus und wie kann dieser erlernt werden?
Wie sind welche Grenzen sinnvoll und wichtig zu ziehen?
Welche Faktoren oder Auslöser können eine Suchtentwicklung in diesem Bereich in Gang setzen und gibt es Kennzeichen, bzw. Warnsignale, an denen man dies bei Kindern und Jugendlichen erkennen kann?
Wo bekommt man Hilfe? Welche suchtbegünstigende Merkmale haben beispielsweise Online-Rollenspiele oder auch soziale Netzwerke?

„Neben Dir und doch weit weg?“: wie sehr hat sich die Lebenswelt der sogenannten „Digital Natives“ verändert und wie sind die tatsächlichen Auswirkungen auf das reale Leben, auf Beziehungen und deren Entwicklung? Wie sieht problematisches und abhängiges Onlineverhalten aus und wie kann man es verhindern?

Wir möchten Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, auf den neuesten Kenntnisstand zum Thema „problematische Mediennutzung und Internetsucht“ bringen und aktuelle Wege einer notwendigen Vorbereitung und Begleitung – also der Prävention von „Internetsucht“ aufzeigen. Experten geben in Vorträgen Hintergrundwissen und Denkanstöße für den pädagogischen Diskurs und Workshops dienen der praktischen Umsetzung für die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine informative und interessante Tagung.

Stefanie Greß
Dipl. Päd. Suchtpräventionsfachstelle Stadt Würzburg
Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Diakonisches Werk Würzburg e.V.

Franziska Becker
M.A. Päd. Suchtpräventionsfachstelle Stadt Würzburg
Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Diakonisches Werk Würzburg e.V.

Christine Blum-Köhler
Dipl. Soz. Päd. Sozialreferat
Fachbereich Jugend und Familie Würzburg